streitbar | strident

John Heartfield gilt als Begründer der Fotomontage. Er lebte nach der Emigration während des Nationalsozialismus bis 1968 in Ost-Berlin. Ernst Volland begann sein Kunststudium 1968 in West-Berlin. Beide begegneten sich nie. Sie haben dennoch Gemeinsamkeiten, stehen beide doch auf der Seite derer „die im Schatten sind“. Beide gehören zur raren Spezies der engagierten politischen Künstler, sie sind Querdenker mit ebenso großem Mitgefühl wie scharfem Verstand. Ihre Arbeiten klären auf und klagen an – satirisch und pointiert.

Die hier gezeigte Werkauswahl demonstriert das eindrucksvoll.

Mit einem Vorwort von Bob Sondermeijer Beiträge von Prof. Reiner Diederich, Wolfgang P. Menzel und Ernst Volland

 

»John Heartfield is the greatest political artist and designer of the twentieth century.« David King Klick um zu Tweeten

Streitbar/Strident
Annäherung an zwei widerständige Künstler/A Critical Comparison of Two Combative Artists
John Heartfield | Ernst Volland
160 Seiten, 82 Abb., zweisprachig dt./engl.
Französische Broschur, Fadenheftung
Format 21 * 26 cm
29,90 €
ISBN 978-3-939254-37-9


Gerne können Sie bei uns direkt für eine Buchbestellung anfragen. Wir versenden an Privatkunden per Vorkasse. Für ein Angebot mit Versandkosten benötigen wir folgende Angaben von Ihnen:
29.90

Liebe Freunde der Fotografie,
liebe Freunde des Verlags M,

John Heartfield gilt als Begründer der Fotomontage und lebte bis 1968 in Ost-Berlin. In diesem Jahr kam Ernst Volland nach West-Berlin. Beide begegneten sich nie. Sie haben viel gemeinsam. Beide stehen ganz und gar auf der Seite jener, »die im Schatten sind«, sie sind als politische Künstler engagiert, treffsicher und mutig. Ihre Mittel sind Fotografie, Schere, Stift und Papier. Wir laden Sie herzlich zur Buchpräsentation unseres neuen Bildbandes ein:

Streitbar.
John Heartfield | Ernst Volland
Annäherung an zwei widerständige Künstler

Wir würden uns freuen, Sie am
9. Juni 2016
um 18 Uhr im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin begrüßen zu können.

In Kooperation mit der Kunstbibliothek, präsentiert der Verlag M an diesem Abend seine Neuerscheinung.

Ludger Derenthal (Leiter der Sammlung Fotografie), Wolfgang Menzel (Volland Kenner) und Ernst Volland (Heartfield Kenner) werden gemeinsam über die Fotomontage, ihre verschiedenen Techniken und die politischen Kontexte sprechen.

Im Anschluss gibt es Musik von der Manni Weller Band und Wein.

Der Eintritt ist frei! Um Rückmeldungen an info@stadtmuseum.de oder 030/24002162 wird gebeten.

Herzliche Grüße
Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie
Ludger Derenthal

Verlag M
Christine Friedrich

Erreichbar über DB, S, U, Bus: Bahnhof Zoologischer Garten
Anfahrt: Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

1945 geb. in Wilhelmshaven.

Magister Artium an der Freien Universität Berlin.

Arbeitet u. a. mit Fotografie, öffentlichen Skulpturen
und Malerei.

Installationen für zahlreiche Ausstellungen. Als Kurator verantwortlich für die Kunstprojekte Aura (Kunst in Kirchen), CD-Herausgabe von Klangarbeitenüber das Werk Samuel Becketts. Zusammen mit Ola Eseth Moen Urheber des Klangwerks My Father the Sea für den Deutschlandfunk und den norwegischen Rundfunk.

Kurator der Fotoausstellung Ett ögonblick för evigt (Ein Augenblick für immer) am Museum Östergötland, Linköping, Schweden.

Er lebt als freischaffender Künstler und Kurator in Schweden.

1946 geb. in Rotterdam (Mutter Eva Herzfeld).

1964 Abitur und danach Studium Soziologie.

1964/70 Erasmus Universität Rotterdam. Studium der Sozialökonomie (Spezialbereich Wohnsoziologie).

1968/70 parttime Assistent Bautechnik Technische Hochschule Delft.

Seit 1968 verheiratet mit Marja Sondermeijer.

1970/71 Militärdienst und Geburt der Töchter Ivich, Manon und Felice.

1972/76 Wissenschaftliche Forschungen im Bereich Prävention Gesundheitswesen. (u. a. Datenverarbeitung und Analyse). Langjährige Beziehungen zu Tutti Heartfield.

1976/87 Planologe/Stadterneuerung Gemeinde Rotterdam.

Seit 1988 Berater für Informationstechnologie. (u. a. Projekte Gesundheitswesen).

Ab 1993 Vertreter John Heartfield Erbengemeinschaft.

1891 geb. in Berlin-Schmargendorf, Sohn des Schriftstellers Franz Held.

1905/06 Beginn einer Buchhändlerlehre in Wiesbaden.

1908/11 Studium an der Königlich-Bayrischen Kunstgewerbeschule München.

1913/14 Studium an der Kunst- und Handwerkerschule in Berlin-Charlottenburg bei Ernst Neumann.

1915/16 Militärdienst; wird wegen einer simulierten Nervenkrankheit entlassen. Bekanntschaft mit George Grosz.

1916 Zusammen mit seinem Bruder Wieland Herzfelde Gründung des Verlags Neue Jugend, nennt sich wegen antienglischer Kriegspropaganda John Heartfield.

1917 Zusammen mit Wieland Herzfelde und Georges Grosz Gründung des Malik-Verlags in Berlin.

1919 Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschland (KPD). Mitherausgeber der satirischen Zeitschrift Jedemann sein eigener Fußball, Mitbegründer von satirischer Zeitschrift Die Pleite.

1920 Bühnenbilder für Erwin Piscators Proletarisches Theater; lernt Otto Dix kennen, nimmt an der 1. Internationalen Dada-Messe in Berlin teil.

1921/22 Buchumschläge, Typografie und Buchgestaltung für Malik-Verlag und andere Verlage, Ausstattungsleiter bei Max Reinhardt, Redakteur/Gestalter bei Satirezeitschrift Der Knüppel und für KPD-Zeitung Die Rote Fahne.

1923/29 Begegnung mit Bert Brecht, Gründung der Roten Gruppe mit Georges Grosz, Rudolf Schlichter und Erwin Piscator, bei letzterem auch Ausstatter im Theater am Nollendorfplatz; Zeitgeschichtliche Fotomontagen für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ), Fotos und Fotomontagen zu Kurt Tucholskys Deutschland, Deutschland über alles!

1930 Ständiger Mitarbeiter der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung.

1931/32 Vortragsreise durch die UdSSR, Aufenthalt in Baku, Batumi und Odessa im Auftrag der Zeitschrift USSR in Construction. Ausstellung in Moskau. Freundschaft mit Sergei Tretjakow, lernt Alexander Rodtschenko kennen.

1933/34 Flucht nach Prag und Wiederaufnahme der Arbeit für den Malik-Verlag und die AIZ; Beteiligung an der Karikaturenausstellung Kunstvereins Mánes in Prag, in dessen Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.

1938 Flucht von Prag über Paris nach London, wo er sich weiterhin aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt.

1940/43 Einstufung zum „feindlichen Ausländer“ durch englischen Geheimdienst, wird deshalb zunächst in ein Internierungslager eingewiesen; Beteiligung an der Kulturbundausstellung Allies
Inside Germany in London; Arbeitserlaubnis als freischaffender Cartoonist. Arbeit als Buchgestalter für englische Verlage. Heartfield erhält Angebote als Professor für satirische Grafik in Dresden und als Lehrbeauftragter für Zeitungswesen in Berlin zu arbeiten.

1950 Remigration in die DDR; zunächst nach Leipzig. Mit seinem Bruder Wieland arbeitet er für Verlage und Theater der DDR.

1951/54 Ablehnung eines Partei-Wiederaufnahmeverfahrens in die SED und der Aufnahme in die Akademie der Künste der DDR; zweimalige Herzinfarkte, erfährt Unterstützung durch Bertolt Brecht.

1956 Übersiedlung nach Berlin, arbeitet als freischaffender Künstler für Theater und Verlage. Auf Betreiben von Stefan Heym Aufnahme in die Akademie der Künste.

1957 Erste Nachkriegsretrospektive John Heartfield und die Kunst der Fotomontage; Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR.

Ab 1958 Ausstellungen u. a. in der DDR, CSSR, Großbritannien, Italien, Ungarn, Schweden, Schweiz und Westberlin. Film über John Heartfield (DEFA) und Heartfield-Monografie erscheinen; Verleihung eines Professorentitels, weitere Auszeichnungen, u. a. des Deutschen Friedenspreises. Legalisierung des Pseudonyms John Heartfield.

1968, am 26. April, stirbt John Heartfield in Berlin. Beisetzung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Berlin. Einrichtung eines Archivs für seinen Nachlass in der Akademie der Künste. Er war einer der international bekanntesten Fotomontagekünstler, Graphiker, Maler und Bühnenbildner.

war bis 2006 Professor für Soziologie und Politische Ökonomie am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Frankfurt am Main.

Er ist Vorsitzender der KunstGesellschaft e.V. seit deren Gründung 1983.

In Vorträgen und Publikationen setzt er sich seit langem mit antisemitischen und islamophoben Einstellungsmustern und Bildstereotypen auseinander.

geb. 1946 in Bürgstadt/Miltenberg

Studium der Bildenden Kunst in Hamburg und Berlin, Meisterschüler

seit 1975 freiberuflich, Lehraufträge für Karikatur, Foto, Fotomontage an verschiedenen Hochschulen

1969 erstes Buch »Doppelfenster« – Zeichnungen zu Gedichten von WP Menzel

Herausgeber von Kinderbüchern mit eigenen Texten und Zeichnungen

zahlreiche Veröffentlichungen eigener Karikaturen, Fakes, Fotomontagen und Plakaten in diversen Büchern

 

Herausgeber von Büchern zum Thema Fotografie, eine Auswahl:

»Gefühl und Schärfe – Fotos für die TAZ«, 1982

»Kurios und gnadenlos – Fotosatire heute«, 1984

»Furios und Atemlos« – Komische Fotografie. 1988

»Jewgeni Chaldej – Von Moskau nach Berlin«, 1994

»Kinski – portraitiert von Beat Presser«, 2000

»Voller Ernst« – komische Fotos, 2003

»Schwarz auf Weiss«- Das komischste Foto, 2006

»Voll Ernst« – Komische Fotografie, 2006

»Jewgeni Chaldej – Der bedeutende Augenblick«, 2008

 

Kurator von Ausstellungen, eine Auswahl:

»Stalins Retuschen« – Aus der Sammlung David King. London, 1999

»Genosse Gott – Stalin«, Neuhardenberg, 2003

»Jewgeni Chaldej« »Der bedeutende Augenblick« – Eine Retrospektive. Martin Gropius-Bau, Berlin, 2008

 

Über 100 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland u.a. in Berlin, München, Lissabon, Florenz, Athen und Luxembourg sowie:

»Eingebrannte Bilder« Einzelausstellung im Deutschen Historischen Museum, Berlin, 2005

»Berlin Eyes of time« Galerie Tammen Berlin, zusammen mit Capa, Chaldej, Lebeck, Bar-Am, Frajndlich, 2006

»Eingebrannte Bilder«, Fakes, Plakate, Karikaturen, Zeichnungen, Einzelausstellung im Alten Rathaus Göttingen, 2007

»Jewgeni Chaldej – Ernst Volland«, Galerie Tammen Berlin, 2008

»Visuelle Revolten. Schnitte durch die Plakatszene um 1968«, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster, 2011

»Unscharf. Nach Gerhard Richter.«, Kunsthalle Hamburg, 2011

»Aus der Provinz in die Metropole und wieder zurück: Ernst Volland, Bürgstadt-Berlin«, Weinkulturhaus Bürgstadt/Main, 2011

»Staeck/Volland: Kunst und Politik – Arbeiten aus vier Jahrzehnten«, Willy-Brandt-Haus Berlin, 2012