John Heartfield

John Heartfield

1891 geb. in Berlin-Schmargendorf, Sohn des Schriftstellers Franz Held.

1905/06 Beginn einer Buchhändlerlehre in Wiesbaden.

1908/11 Studium an der Königlich-Bayrischen Kunstgewerbeschule München.

1913/14 Studium an der Kunst- und Handwerkerschule in Berlin-Charlottenburg bei Ernst Neumann.

1915/16 Militärdienst; wird wegen einer simulierten Nervenkrankheit entlassen. Bekanntschaft mit George Grosz.

1916 Zusammen mit seinem Bruder Wieland Herzfelde Gründung des Verlags Neue Jugend, nennt sich wegen antienglischer Kriegspropaganda John Heartfield.

1917 Zusammen mit Wieland Herzfelde und Georges Grosz Gründung des Malik-Verlags in Berlin.

1919 Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschland (KPD). Mitherausgeber der satirischen Zeitschrift Jedemann sein eigener Fußball, Mitbegründer von satirischer Zeitschrift Die Pleite.

1920 Bühnenbilder für Erwin Piscators Proletarisches Theater; lernt Otto Dix kennen, nimmt an der 1. Internationalen Dada-Messe in Berlin teil.

1921/22 Buchumschläge, Typografie und Buchgestaltung für Malik-Verlag und andere Verlage, Ausstattungsleiter bei Max Reinhardt, Redakteur/Gestalter bei Satirezeitschrift Der Knüppel und für KPD-Zeitung Die Rote Fahne.

1923/29 Begegnung mit Bert Brecht, Gründung der Roten Gruppe mit Georges Grosz, Rudolf Schlichter und Erwin Piscator, bei letzterem auch Ausstatter im Theater am Nollendorfplatz; Zeitgeschichtliche Fotomontagen für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ), Fotos und Fotomontagen zu Kurt Tucholskys Deutschland, Deutschland über alles!

1930 Ständiger Mitarbeiter der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung.

1931/32 Vortragsreise durch die UdSSR, Aufenthalt in Baku, Batumi und Odessa im Auftrag der Zeitschrift USSR in Construction. Ausstellung in Moskau. Freundschaft mit Sergei Tretjakow, lernt Alexander Rodtschenko kennen.

1933/34 Flucht nach Prag und Wiederaufnahme der Arbeit für den Malik-Verlag und die AIZ; Beteiligung an der Karikaturenausstellung Kunstvereins Mánes in Prag, in dessen Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.

1938 Flucht von Prag über Paris nach London, wo er sich weiterhin aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt.

1940/43 Einstufung zum „feindlichen Ausländer“ durch englischen Geheimdienst, wird deshalb zunächst in ein Internierungslager eingewiesen; Beteiligung an der Kulturbundausstellung Allies
Inside Germany in London; Arbeitserlaubnis als freischaffender Cartoonist. Arbeit als Buchgestalter für englische Verlage. Heartfield erhält Angebote als Professor für satirische Grafik in Dresden und als Lehrbeauftragter für Zeitungswesen in Berlin zu arbeiten.

1950 Remigration in die DDR; zunächst nach Leipzig. Mit seinem Bruder Wieland arbeitet er für Verlage und Theater der DDR.

1951/54 Ablehnung eines Partei-Wiederaufnahmeverfahrens in die SED und der Aufnahme in die Akademie der Künste der DDR; zweimalige Herzinfarkte, erfährt Unterstützung durch Bertolt Brecht.

1956 Übersiedlung nach Berlin, arbeitet als freischaffender Künstler für Theater und Verlage. Auf Betreiben von Stefan Heym Aufnahme in die Akademie der Künste.

1957 Erste Nachkriegsretrospektive John Heartfield und die Kunst der Fotomontage; Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR.

Ab 1958 Ausstellungen u. a. in der DDR, CSSR, Großbritannien, Italien, Ungarn, Schweden, Schweiz und Westberlin. Film über John Heartfield (DEFA) und Heartfield-Monografie erscheinen; Verleihung eines Professorentitels, weitere Auszeichnungen, u. a. des Deutschen Friedenspreises. Legalisierung des Pseudonyms John Heartfield.

1968, am 26. April, stirbt John Heartfield in Berlin. Beisetzung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Berlin. Einrichtung eines Archivs für seinen Nachlass in der Akademie der Künste. Er war einer der international bekanntesten Fotomontagekünstler, Graphiker, Maler und Bühnenbildner.

»John Heartfield is the greatest political artist and designer of the twentieth century.« David King, Tate Modern, London
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Buchpräsentation 9.6.2016

„Streitbar.
John Heartfield | Ernst Volland
Annäherung an zwei widerständige Künstler“

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